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Hugo und Maria Heymann | Dienstvilla Bundespräsident | Julien Reitzenstein

Informationen zur Enthüllung der Gedenkstele, der Verlegung der Stolpersteine, dem Gutachten von Professor Michael Wildt und seiner Kontroverse um „Himmlers Forscher“.

 

Der Bundespräsident und Frau Elke Büdenbender neben der noch verhüllten Gedenkstele vor der Dienstvilla. Quelle: BILD/Til Biermann

 

Im Buch „Himmlers Forscher – Wehrwissenschaften und Medizinverbrechen im Ahnenerbe der SS“ regte ich im Jahre 2014 eine Gedenkstele und einen Stolperstein für den entrechteten und nach Gestapoverhören zu Tode gekommenen Voreigentümer der heutigen Dienstvilla des Bundespräsidenten an. Nach zahlreichen positiven Besprechungen entspann sich im Jahre 2016 eine intensive Kontroverse über die Befunde meines Buchs, deren Ursprung sich erst im Jahr 2018 gänzlich aufklären ließ. Parallel entwickelte sich ab 2017 eine öffentlich geführte Debatte über ein angemessenes Gedenken. Nach klaren und unmissverständlichen Positionierung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, wurden zunächst im Dezember 2017 zwei Stolpersteine für Hugo und Maria Heymann verlegt sowie im Juni 2018 eine einordnende Gedenkstele enthüllt.

Ich bin dem Bundespräsidialamt sehr dankbar für die aktuelle Entwicklung die ich – um eine Formulierung aus den Washington Principles zu verwenden – als „faire und gerechte“ Lösung empfinde. Ich freue mich zudem sehr, dass ich am Tage der Enthüllung anwesend sein durfte und, dass somit dieses Kapitel auf angemessene Weise abgeschlossen wird.

Da ich jedoch leider immer wieder erlebe, dass – obwohl das Thema eigentlich mit der Stelenenthüllung abgeschlossen sein sollte – Fehlinformationen bezüglich der Vorgeschichte, insbesondere im Zusammenhang mit einer Rezension zu „Himmlers Forscher“, verbreitet werden, auch um Wissenschaftler und Zeitungsredaktionen vor meine jüngeren Publikationen zu „warnen“, möchte ich diese Seite nutzen, um eine vollständige Darstellung der Ereignisse, insbesondere der schwierigen Zeit 2016/2017, zu ermöglichen.

Es ist nicht mein Ziel durch meine Ausführungen neuerliche Konflikte heraufzubeschwören. Vielmehr ist es mein Wunsch, wie schon seit Beginn der Kontroverse, den Dialog mit der anderen Seite wieder herzustellen, um die Rückkehr zum seit 2016 erbetenen akdemischen Diskurs zu ermöglichen. Da bisher auf keines meiner Kontaktgesuche reagiert wurde, scheint mir transparente Darlegung der Geschehnisse aktuell die einzige gebotene Möglichkeit.

Gerne stehe ich für den fachlichen Diskurs zur Verfügung.

Mit den besten Wünschen
Julien Reitzenstein

 

Letzte Aktualisierung: 25.09.2018